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Sozialkunde zum Anfassen – ein Tag in München beim "Lernort Staatsregierung"

Am Donnerstag, den 18. April 2013, waren wir, die Q11-Sozialkundekurse von Frau Schneider und Frau Hümmer, eingeladen worden nach München zum "Lernort Staatsregierung", wobei der Kurs von Frau Hümmer das Umweltministerium besuchte, während wir im Kurs von Frau Schneider einen Termin im Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz erhalten hatten.
Früh um 7.30 Uhr starteten wir noch reichlich verschlafen, aber pünktlich an der Meistersingerhalle mit dem Bus, guten Mutes, unsere Termine um 10 Uhr einhalten zu können. Doch der Verkehr auf der Münchener Autobahn machte uns einen Strich durch die Rechnung: Wegen eines heftigen Staus verspätete sich unsere vorgesehene Ankunft um eine halbe Stunde.

streg13 aWährend die andere Gruppe zu ihrem Ministerium weiterfuhr, durften wir nach einer kurzen Sicht- und Waffenkontrolle im Foyer des Justizministeriums die prunkvolle Eingangshalle des Gebäudes betreten, wo uns unser pädagogischer Betreuer, Herr Kolitsch, schon erwartete und uns recht rasch in einen modern ausgestatteten Präsentationsraum führte, in dem wir mit Getränken und belegten Brötchen empfangen wurden.

Herr Dr. Spelsberg-Korspeter begrüßte uns zu seinem Vortrag und gab uns –aufgrund unserer Verspätung– eine stark verkürzte Einführung in die Aufgaben des Justizministeriums, das sich unter anderem mit der Dienstaufsicht über Gerichte und mit dem Strafvollzug beschäftigt. Er gab uns auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen, bat aber zugleich um Verständnis, keine Fragen zum aktuell in München stattfindenden Prozess gegen den rechtsextremistischen NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) beantworten zu wollen, da dies ein „schwebendes Verfahren" sei. Aufgrund des doch recht trockenen Themas hielten wir uns hier allerdings noch ein wenig mit Fragen zurück.

Um kurz nach 11 Uhr wurde er von Herrn Zacharski vom Verbraucherschutz abgelöst, der sich sogleich als in seiner Freizeit tätiger Schöffe am Jugendgericht vorstellte und sofort seinen guten Draht zu jungen Menschen unter Beweis stellte. So löste er als Erstes unsere steife Sitzordnung auf, indem er uns mit unseren Stühlen hinter die „Tisch-Barrikade" lockte und uns einen Stuhlkreis bilden ließ. Anschließend erklärte er uns zunächst einmal die ungewöhnliche Aufteilung des Verbraucherschutzes, um den sich nämlich vier Ministerien kümmern:

  • das Ministerium für Umwelt und Gesundheit betreut die Lebensmittelkennzeichnung,
  • das Ministerium für Arbeit und Soziales kümmert sich um die Produktsicherheit,
  • das Innenministerium ist mit dem Datenschutz befasst,
  • das Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz ist zuständig für die gesetzgeberische Seite.

streg13 bGespickt mit vielen Beispielen aus der Praxis führte er uns auf interessante und verständliche Weise in die Thematik des Verbraucherschutzes ein und zeigte uns auf, inwiefern dieser jeden von uns betrifft – gemäß seinem Motto: „Verbraucherschutz – Fallstricke des täglichen Lebens". Dabei ging er auf den vorher von Johanna und Marie erarbeiteten Fragenkatalog ein und erklärte uns anhand dieser Fragen wichtige und interessante Aspekte. So erfuhren wir in diesem Zusammenhang etwas über das neue Telekommunikationsgesetz mit der künftigen Gebührenfreiheit in Telefon-Warteschleifen, welches am 1. Juni 2013 in Kraft treten wird; oder wurden aufgeklärt über die Gefahren der „Abo-Fallen" im Internet und sittenwidrige Preisgestaltung, gegen die man rechtlich vorgehen kann. Auch wurde uns dargelegt, dass die Gesetze im Zusammenhang mit dem Verbraucherschutz immer etwas der Aktualität nachhängen, was insbesondere im Zusammenhang mit den sich rasant entwickelnden neuen Medien Probleme aufwirft.

streg13 cNachdem die Zeit einer knappen Stunde wie im Fluge vergangen war, lernten wir noch eine weitere Referentin kennen – Frau Roider, die Pressesprecherin von Justizministerin Frau Dr. Merk, welche uns ins Justizministerium eingeladen hatte. Frau Roider beschrieb uns den Alltag der Ministerin und einige ihrer Aufgaben, bis wir dann um 12.30 Uhr in die hauseigene Kantine zum Mittagessen gingen.

In den Präsentationsraum zurückgekehrt, bekamen wir von Herrn Kolitsch eine Grundeinführung in das System der Bayerischen Staatsregierung und spazierten anschließend mit ihm eine halbe Stunde durch München zur Staatskanzlei. Dort führte er uns herum und erzählte uns von dem geschichtlichen Hintergrund des Gebäudes, das im Zweiten Weltkrieg fast vollkommen zerstört worden war. Zudem besichtigten wir die noch intakte Kuppel des ursprünglichen Gebäudes, die heute für Ordensverleihungen, Ausstellungseröffnungen und ähnliche Veranstaltungen verwendet wird. Zum Schluss erwartete uns ein Schmankerl: So besuchten wir den Ministersaal, wo wir uns auf die Plätze der Politiker am Versammlungstisch setzen durften und uns erklärt wurde, welche Ministerin oder Staatssekretärin bzw. welcher Minister oder Staatssekretär gewöhnlich an welcher Stelle sitzen.

Inzwischen war auch die andere Sozialkunde-Gruppe in der Staatskanzlei eingetroffen, und nachdem deren Führung kurz nach 16 Uhr beendet war, stiegen wir vollgepackt mit vielen Eindrücken wieder in den Bus, um gute zwei Stunden später Nürnberg problemlos zu erreichen.

Insgesamt war es ein sehr schöner und informativer Tag, der allen gut gefallen hat.

Text: Elisabeth Linsmeier, Alina Sommer/1sk2
Fotos: Angelika Schneider

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