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Ausflug der Lateinkurse nach München

lat 102019 bBegleitet von nasskaltem Wetter, trafen wir, die Lateinkurse der 11. und 12. Jahrgangsstufe, uns am Donnerstag, dem 10. Oktober, am Hauptbahnhof Nürnberg, um in den Zug nach München einzusteigen. Dort angekommen, besuchten wir als Erstes die Bayerische Akademie der Wissenschaften, damit wir einen Einblick in die Arbeit für den „Thesaurus Linguae Latinae“ gewinnen konnten. Unter diesem bildhaften Titel versteht man das größte und umfangreichste lateinische Wörterbuch der Welt. lat 102019 aEs wird nach seiner Fertigstellung alle lateinischen Wörter mit allen Bedeutungen aus allen Schriften und Texten (bis 600 n. Chr.), die man bisher gefunden hat, beinhalten. Als einsprachiges Wörterbuch werden auch alle Wortbedeutungen in lateinischer Sprache (!) erklärt. Seit 1894 wird daran gearbeitet, das Buch zu vervollständigen. Bis heute wird das handschriftlich erledigt. Zunächst werden die Verfasser und ihre Texte in mehrere Einheiten unterteilt. Jedes Wort wird verzettelt bzw. herausgeschrieben, das heißt z.B. bei 3000 Wörtern auch 3000 Zettel. Die Zettel werden in Kästen aufbewahrt, die zahlreich in der Akademie archiviert werden. Für die Erstellung des Wörterbuchs werden die Bedeutungen mit Hilfe von Übersetzungen und Kommentaren ermittelt und untergliedert, z.B. nach zeitlichem oder örtlichem Sinn.

 

lat 102019 cNach einer kurzen Mittagspause ging es weiter zum Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke, in dem die Nachbildungen antiker Statuen ausgestellt sind. Der Dozent, der unsere Führung leitete, zeigte uns allerlei Abgüsse und erklärte ihre Bedeutung dahinter: Von der ara pacis, die u.a. den Gründungsmythos von Rom am Tiber darstellte, über den andächtigen Oktavian in der Toga oder - im Kontrast dazu - Augustus von Primaporta, dem gottgleichen Feldherrn, bis hin zu den Büsten von drei römischen Kaisern. An deren zunehmender Bart- und Haarmasse lassen sich die einzelnen Personen wegen der Entwicklung von Idealen in Rom zeitlich einordnen. lat 102019 dDes Weiteren betrachteten wir einen Teil des Titusbogens, der den Triumphzug der Soldaten über Jerusalem zeigt, sowie das Modell des Konstantinbogens, der von den römischen Tugenden, wie der clementia, also der Güte und Milde, dem Sieg über die Daker, einem antikem Volk im heutigen Rumänien, und über Konstantins Schlacht gegen Maxentius erzählt. Konstantin ging später als erster christlicher Kaiser in die Geschichte ein. So konnten wir in nur etwas weniger als einer Stunde anhand einiger Statuen und deren Details einen kleinen Überblick über römische Feldherren, Kaiser und die römische Geschichte bekommen und verließen München letztendlich gegen Abend.

Laura Diolosa, Q12