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Sie interessieren sich für das NGN als neue Schule für Ihr Kind?

Wir haben für Sie einige Hinweise und Links zusammengestellt, die Ihnen den schnellen Überblick ermöglichen sollen.

Schnelle Antworten auf wichtige Fragen:

pdfInformationen zum Übertritt an ein Nürnberger Gymnasium.

Wenn Sie Ihr Kind für eine 5. Klasse des Schuljahrs 2019/20 anmelden möchten, bitten wir Sie, in der Woche vom
06. bis 10. Mai 2019
an unsere Schule zu kommen.

Hauptanmeldetag mit verlängerten Öffnungszeiten ist
Dienstag, der 07. Mai 2019.

 

Dienstag, 26.02.2019

18-19 Uhr: Informationen zur Streicherklasse
19-20.30 Uhr: "Latein und Englisch als gleich­zeitig beginnende Fremdsprachen in der 5. Jahrgangsstufe"

Mittwoch, 13.03.2019

19-21 Uhr: Infoabend zum Gebundenen Ganztag

Wir freuen uns über Ihr Interesse!

Die Lyrikerin Nora Gomringer am NGN

gomring18Am 14.11.2018 wurde den Schülern der Q12 sowie einem Kurs aus der Q11 die Ehre zuteil, einer Lesung der bekannten Dichterin Nora Gomringer zu lauschen – die jedoch viel mehr war als eine Lesung. Den Anfang machte Herr Müller, der uns in einer Einführung zunächst einen Überblick über das Leben und das künstlerische Wirken von Frau Gomringer verschaffte. Sie wurde 1980 im Saarland geboren, ihre Eltern haben ebenfalls viel mit der deutschen Sprache am Hut: Ihre Mutter ist Germanistin, ihr Vater Eugen Gomringer gilt als Begründer der Konkreten Poesie. Nachdem sie von Neunkirchen nach Bamberg umgezogen war, machte Nora Gomringer dort im Jahre 2000 ihr Abitur und studierte anschließend an der Bamberger Universität Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte. Es folgten sechs Jahre Poetry-Slam, in dessen Szene sie eine wichtige Rolle spielte, bevor sie sich 2006 vollständig aus ihr zurückzog, um sich ganz der Lyrik zu widmen. Neben vielen Veröffentlichungen ihrer Gedichte in Buchform arbeitet sie auch immer wieder mit Musikern wie den Schlagzeugern Günter „Baby“ Sommer oder Philipp Scholz zusammen. Seit dem Jahr 2010 ist Nora Gomringer außerdem die Leiterin des Künstlerhauses „Villa Concordia“ in Bamberg. Zahlreiche Preise, wie 2015 der renommierte Ingeborg-Bachmann-Preis für ihren Prosatext „Recherche“, zeigen ihr Können im Umgang mit Sprache, von dem wir uns dann auch selbst überzeugen durften, als die Dichterin selbst zu Wort kam.

 

Doch anders, als viele es erwartet hatten, wurde es keine langweilige Lesung. Nora Gomringer setzte ihre Gedichte stets in den Kontext ihrer persönlichen Lebensgeschichte und ihrer Erfahrungen. Für sie ist es wichtig, aktuelle Bezüge in ihren Gedichten herzustellen und dem Leser neue Blickwinkel aufzuzeigen, ihn zum Nachdenken anzuregen. Dieses Hintergrundwissen ließ uns die Texte, die uns beim bloßen Lesen im Deutschunterricht oft sehr wirr und manchmal recht sinnlos erschienen, verstehen, was sicher den ein oder anderen Aha-Moment erzeugte. Noch unterstützt wurde das Verstehen der Gedichte durch die besondere Vortragsweise Gomringers, die manchmal leicht singend, manchmal schreiend, manchmal ganz leise ihre Gedichte präsentierte und auch mit ihrer Gestik und Mimik die Bedeutung der Worte verstärkte und erklärte.

Ein Beispiel: Sie erzählte von einem Mädchen, das sie, als sie fünfzehn war, im Schwimmbad kennengelernt hatte, und das eine Herztransplantation hinter sich hatte, was man an der im Schwimmbad sichtbaren Narbe erkannte. Sie wurden nach ihrem Gespräch im Schwimmbad gute Freunde. Als das Mädchen elf Jahre später starb, schrieb Gomringer viele Gedichte über das Thema Herz, von denen sie uns auch zwei vortrug. Das Wissen über die Vorgeschichte gab uns die Möglichkeit, die Gedichte besser zu durchdringen und zu verstehen. Eines der beiden Gedichte, „Das Herz“, war sogar Teil einer Abituraufgabe 2008 in Hamburg.

Doch die Veranstaltung war kein Monolog der Dichterin. Stets war sie offen für Fragen und beantwortete diese sehr ausführlich. Zudem stellte sie Rückfragen an uns, aus denen sich bereichernde Gespräche entwickelten, weshalb die 90 Minuten, auf die die Lesung angesetzt war, sehr schnell verstrichen. Erzählen konnte sie nämlich viel, denn sie hat in ihrem Leben bereits viele Länder bereist. Eine Geschichte von ihren Reisen erzählte sie uns: Als sie in Usbekistan zu einem Auftritt war, kamen danach Mädchen zu ihr, die sie darum baten, sie mit nach Deutschland zu nehmen. Laut Gomringer eine verzweifelte Bitte um Freiheit, denn in Usbekistan wartet auf die Mädchen eine frühe Heirat und damit das Ende aller Chancen im Leben.

Alles aufzuführen, was wir in dieser Lesung erfahren haben, würde den Rahmen dieses Berichtes bei Weitem sprengen, und jeder Anwesende, wird sich auch etwas anderes bei den Gedichten gedacht haben, denn sie sind offen für Interpretation, etwas, was Gomringer für sehr wichtig und richtig hält. Sie selbst glaubt nicht, dass es irgendeinen Schriftsteller gibt, der nicht möchte, dass seine Werke interpretiert werden. Und wenn so jeder aus diesem Dialog zwischen Dichterin und Zuhörern etwas mitgenommen hat, das ihn bewegt hat und ihm im Gedächtnis geblieben ist – dann hat Nora Gomringer ihr Ziel erreicht.

Paulina Barth, Dorothea Roller, Jonathan Roller, alle Q12