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Besuch zweier Weltstars - Tilman Lichdi und Klaus Jäckle am NGN

lichdi 2022Am 26.09.2022 war es endlich so weit: Die erste Aufführung des Schuljahres 2022/2023 im Rahmen des „Forum Musik“ fand in unserem Musiksaal statt. Dabei handelt es sich um eine Reihe von mehreren Konzerten teils sehr unterschiedlicher Künstler*innen, die Schüler*innen der Mittel- und Oberstufe den Zugang zu verschiedenen Musikrichtungen so einfach wie möglich gestalten soll. Dabei ist es egal, ob man sich bereits in den zahlreichen Angeboten des NGN rund um die Musik engagiert und dafür ein grundsätzliches Interesse vorliegt oder jemand ohne größeres Fachwissen einfach nur das Zuhören genießen möchte. Bereits im letzten Jahr existierte dieses Angebot und wurde mit großer Begeisterung angenommen. Und das sicherlich nicht nur, weil die Veranstaltungen während der Unterrichtszeit stattfinden :). So wurde sich einstimmig für eine Neuauflage des Projekts in diesem Jahr entschieden.

Gleich für die erste Aufführung gelang es Herrn Braun, einen wirklich außergewöhnlichen und weltweit berühmten Tenor und einen international erfolgreichen Gitarristen zu gewinnen. Tilman Lichdi ist der vermutlich größte Könner, wenn es darum geht, Schuberts Liederzyklus „Winterreise“ gesanglich umzusetzen und ausdrucksstark darzubieten. Zusammen mit Klaus Jäckle lieferte er uns eine ca. sechzigminütige beeindruckende Darbietung der 24 Lieder, die auch nicht durch Applaus o.ä. unterbrochen wurde, so dass jeder die Musik ohne Störung erleben konnte. Danach blieben noch ca. 20 Minuten für Fragen der Zuhörerschaft und ein sehr interessantes Fachgespräch, was das ganze Erlebnis noch nahbarer machte.

Anders als die „Schöne Müllerin“, der zweite berühmte Liederzyklus von Schubert, zeichnet sich die „Winterreise“ durch eine durchgängig düstere und melancholische Stimmung aus. Diese wurde von Lichdi so überzeugend vermittelt, dass man problemlos in den Gesichtern verfolgen konnte, wie eindrücklich diese Atmosphäre auf einen Großteil des Publikums gewirkt hat. Verstärkt wurde dieser besondere Effekt durch die schauspielerische Untermalung des Sängers, der sich u.a. mit einem Wanderstab als Requisite im Raum bewegte, um den in den Stücken beschriebenen Weg ins Unglück direkt zu simulieren. An keiner Stelle kam das Gefühl einer monotonen Vorstellung auf, was manche angesichts des ähnlichen Stils aller Stücke und der Länge des Liederzyklus vielleicht im Vorfeld erwartet hätten. Lichdi selbst brachte am Ende jedoch an, dass dies für ihn gar keine besondere Herausforderung darstelle, da das Stück so „schön“ und lebhaft geschrieben sei, dass fast jeder Ton eine besondere Einzigartigkeit aufweist.

Begleitet wurde er von dem Gitarristen Klaus Jäckle, der zunächst das Unmögliche möglich gemacht hat: Eigentlich ist die Winterreise auf eine Klavierbegleitung ausgelegt; Jäckle ist es jedoch gelungen, alle Stücke für die Gitarre umzuschreiben bzw. „zu übersetzen“. Er und Lichdi haben schon früher zusammen einige Aufführungen erlebt und sind irgendwann in ihrer gemeinsamen Liebe zur „Winterreise“ übereinkommen. Mehr hätte es gar nicht gebraucht, damit diese etwas ungewöhnliche Zusammenarbeit zustande kam. Es folgten diverse Auftritte auf den Konzertbühnen dieser Welt - und eine großartige Vorstellung am NGN.

Nun bleibt es nur noch, sich im Namen aller Teilnehmer*innen ganz herzlich zu bedanken - natürlich in erster Linie bei den Künstlern. Aber auch Herrn Braun und der gesamten Fachschaft Musik ist ein großes Dankeschön auszusprechen, da ohne deren großartige Organisation ein solches Highlight niemals möglich gewesen wäre.  David Pfanner (Q11), Mina Augustin (Q12) und mir hat es jedenfalls großen Spaß gemacht, die Moderation für die abschließende Fragerunde zu übernehmen bzw. diese vorzubereiten.

Diese Veranstaltung werden viele sicherlich lange im Gedächtnis behalten!

Vivian Schmelzer, Q12