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Autorenvorlesung mit Nadine Schneider

Am 13. Oktober 2021 nahm sich Nadine Schneider, ehemalige NGN-Schülerin und nun Autorin, momentan auf Lesetour mit ihrem zweiten Roman “Wohin ich immer gehe”, Zeit, um im Musiksaal zwischen 11.30 und 13 Uhr vor drei Deutschkursen der 12. Jahrgangsstufe aus ihrem erfolgreichen ersten Buch “Drei Kilometer” zu lesen und allerlei Fragen der Schülerinnen und Schüler zu beantworten.

les schn 2021 a Ihr Roman handelt von Anna, ihrem festen Partner Hans und ihrem gemeinsamen Freund Misch, die 1989 zur Zeit der Diktatur unter Ceaușescu in Rumänien leben und sich zwischen Flüchten oder Bleiben entscheiden müssen, bevor es zu spät ist. Zusätzlich befindet sich Anna noch in einem Zwiespalt zwischen ihren beiden Freunden, da sie sich trotz ihrer Beziehung mit Hans stark zu Misch hingezogen fühlt. Ganz konkret spielt die Handlung im Spätsommer und Herbst 1989 kurz vor der Revolution, die Zeit vom Spätsommer bis zum Ausbruch der Revolution stellt also den spannungsvollen geschichtlichen Hintergrund der Beziehungsgeschichte dar.

Die Veranstaltung begann zunächst mit einer kurzen Vorstellung der Autorin durch Herrn Müller, der erläuterte, dass Nadine Schneider in Berlin, Cremona und Regensburg Germanistik und Musikwissenschaft studiert hat und momentan in Berlin lebt und arbeitet. Er verwies darauf, dass Nadine Schneider mit ihrem ersten Roman bereits großen Erfolg gehabt hat und 2021 für den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert war.

les schn 2021 bAnschließend las uns Nadine Schneider die ersten paar Seiten ihres Buches vor. Daraufhin folgte ein wenig Zeit, um ihr Fragen sowohl bezüglich des Inhaltes als auch des Schreibvorganges zu stellen: Schreiben ist etwas das Nadine Schneider schon immer gerne gemacht hat und die Anfänge von “Drei Kilometer” sind tatsächlich in einem Schreibwerkstatt-Kurs, den sie während ihres Musikwissenschafts- und Germanistikstudiums absolviert hat, entstanden. Insgesamt hat der Erstellungsprozess des Romans, der 2019 erschienen ist, von 2015 bis 2018 gedauert, mit einer anschließenden langen Überarbeitungsphase und professionellem Lektorat. Ihre Ideen findet die Autorin, indem sie beispielsweise auf Initialmomente wartet, aus denen sich bei ihr Geschichten entwickeln. Auch ihre Charaktere denkt sie sich komplett eigenständig aus, ohne direkte Bezugnahme auf reale Vorbilder. Für den Inhalt dieses Buches waren für sie unter anderem Erzählungen ihrer Eltern über das Leben in Rumänien und ihre Ausreise wichtig, allerdings zunächst aus rein persönlichem Interesse – der Schreibprozess geschah dann eher zufällig später.

Nachdem sie uns eine weitere Passage aus dem Roman „Drei Kilometer“ vorgelesen hatte, gab es eine zweite Fragerunde: Die Veröffentlichung des ersten Buches war für Nadine Schneider dahingehend belastender, da es noch unsicher war, ob überhaupt etwas daraus werden würde. Auch vor Kritik hatte sie anfangs noch ein wenig Angst, dies besserte sich aber mit der Zeit. Momentan arbeitet sie bereits an einem Vorhaben, aber es ist noch unsicher, ob daraus irgendwann einmal ein Buch wird.

Die Romanvorlesung war sehr informativ und wir sind Nadine Schneider äußerst dankbar dafür, dass sie sich für uns Schüler und Schülerinnen an ihrer ehemaligen Schule Zeit genommen hat.

Alana Thümlein (Q12)